Motorsport

So schrieb die Rheinische Post am 15.09.2005

Ein Hildener fährt seit sechs Jahren professionelle Rennautos. Klaus Henrichs Verbindung zum Formel-Motorsport aber hat schon in der Schule begonnen - als Lehrer von Formel-Eins-Weltmeister Michael Schumacher.

Klaus Henrich kniet zwischen den Formel1 und Formel2-Boliden seines Freundes A.Pilz

Rennfahrer Michael Schumacher und Klaus Henrich aus Hilden verbindet so Einiges. Auf der einen Seite drückte Schumacher in seiner Ausbildung zum Kfz-Mechaniker die Schulbank - und zwar in Klaus Henrichs Klasse an der Hildener Berufsschule.

Und auch eine besondere Leidenschaft teilen sich die beiden: Schnelle Autos. Der 62-jährige Klaus Henrich liebt Formel Autos - und er fährt sie auch. Allerdings trennen sich hier die Wege der beiden. Der Eine fährt um WM-Punkte, um Millionenbeträge und hat sein eigenes Logistikteam mit Mechanikern immer dabei, der Andere schraubt am liebsten selbst am Motor herum, fährt um Pokale.

Rennfahrer oder Autoliebhaber

Auch fährt Henrich kein Auto von heute mit über 800 PS. Seine Formel-Autos haben schon ein paar Jahre mehr auf den Schultern: Sein Formel 3 Ralt RT1 ist von 1976, hat zwei Liter Hubraum und nur gedrosselte 165 PS. Dafür aber wiegt der Rennwagen auch nur 470 Kilogramm. "Das reicht für 240-250 Sachen Spitze", sagt Henrich, "ohne Unfall bisher." Aber für allzu rasante Manöver ist Henrich auch zu sehr Autoliebhaber als Rennfahrer.

Vom Kfz-Mechaniker zum Kfz-Meister und ...

Henrich hat nach der Schule zunächst Kfz-Mechaniker gelernt und anschließend seine Meisterprüfung absolviert. Schon damals zog es ihn auf die Rennstrecken, allerdings nur in Straßenwagen von BMW, Steyer Puch und Alfa Romeo, usw. usw. Mit dem Alfa Romeo wurden dann Langstrecken-Rennen bestritten. Beispielsweise die 24 Stunden, 36 Stunden und 72 Stunden auf dem Nürburgring. "1975 habe ich dann aber aufgehört", sagt Henrich. Frank, der erste Sohn der Familie Henrich wurde damals geboren. Klaus Henrich widmete sich als frisch gebackener Vater lieber den leiseren Tönen und begann zu segeln. "Das mache ich auch heute noch", sagt der 62-Jährige.

... weiter zum Berufsschullehrer

1999 dann aber setzte sich Henrich erneut in einen Rennwagen, dieses Mal in einen Formel-Boliden. "Eigentlich dachte ich, dass ich nicht hineinpassen würde", sagt der ehemalige Berufsschullehrer, "aber es hat doch alles gepasst." Für damals 30.000 Mark legte sich der Hobby-Rennfahrer in den Tagen danach einen eigenen Formel-Wagen zu, den Ralt RT1.

Mit diesem Auto fährt Henrich in der Klasse GO1 der Historic Racecar Assosiation (HRA) www.hra-online.de, auf deutsch: Historische Rennwagen Gemeinschaft, an fünf Wochenenden im Jahr um den vom ADAC ausgeschriebenen "Graf Berghe von Trips" Pokal. An jedem Wochenende werden zwei Rennen gefahren. Klaus Henrich liegt derzeit auf Platz zwei der Fahrerwertung in der GO1, ebenso sein Sohn Christian mit einem Maco Formel Super Vau 1600 in der GO2.

Repariert wird alleine

"Wenn an einem Wochenende alles rund läuft, brauchen wir vielleicht nur einen neuen Satz Reifen", erklärt Henrich. Wenn aber beispielweise der Motor einmal platzen sollte, können "ganz schnell bis zu 10.000 Euro futsch sein", sagt Henrich. Daher macht der Kfz-Meister auch so viel wie möglich alleine. Mit dem Fachwissen, einem eigenen Motorprüfstand und allen weiteren wichtigen Werstattutensilien wie Hebebühne und professionellem Werkzeug ist das zumindest handwerklich kein Problem.
"Der Motor hier war vor kurzem noch undicht", erklärt der Hobbyrennfahrer und zeigt auf seinen Ralt RT1, "ich habe dann einen neuen Flansch gefräst." Ersatzteile sind eigentlich noch keine Mangelware auf dem Markt. Aber bei einigen Dingen sei der Verschleiß nun einmal sehr hoch. "Jetzt hoffe ich, dass der Flansch auch dichthält", sagt Henrich.
Das einzige Problem an dem zeitintensiven Hobby: "Seitdem ich im Vorruhestand bin, komme ich jeden Tag in die Werkstatt", erklärt Henrich. Und dort bleibt er lange, manchmal sogar bis 23 Uhr.

Und so schrieb die Rheinische Post am 14.09.2006


Schumi hört auf - Henrich nicht


Ein Hildener fährt seit sechs Jahren professionelle Rennautos. Der ehemalige Berufsschullehrer Klaus Henrich hat schon lange eine Verbindung zum Formel-Motorsport: in seiner Klasse drückte Michael Schumacher vor seiner Karriere die Schulbank. Die Formel-Eins-Legende beendet seine Karriere, Henrich denkt gar nicht daran. Er fährt weiter um wichtige Punkte beim "Graf Berghe von Trips Pokal".

Zur damaligen Zeit wussten wir noch nicht, das ich bedingt durch einige unglücklichen Umstände 2009 nicht mehr in einen Rennwagen klettern wollte und vielleicht auch konnte.

Im Jahr 2009 hätte die Rheinische Post den Artikel mit einer neuen Überschrift versehen müssen:

Henrich hört auf.......Schumi nicht!!!!!!

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