Terrestrische Navigation

Terrestrische Navigation

Unter der terrestrischen Navigation versteht man die Navigation, die man mit den auf der Erde befindlichen Hilfsmitteln (Tonnen, Leuchttürme und besondere Gebäude, die in einer Seekarte verzeichnet sind) durchführen kann.
Dazu benötigt man:
Einen Steuerkompass zu steuern, einen Handpeilkompass, einen Steuerkompass mit Peilaufsatz,




oder eine Peilscheibe, um Peilungen durchführen und damit
unseren Schiffsort genau bestimmen zu
können.

Begriffe aus der Kompasslehre




Missweisend Nord (mwN)

Die Richtung, in die das mit Nord bezeichnete Ende der Kompassrose in eisenfreier Umgebung zeigt, also die Richtung der erdmagnetischen Feldlinien vom magne-
tischen Nordpol zum magnetischen Südpol.
mwK = missweisender Kurs
Der Winkel zwischen der Mittschiffslinie und missweisend Nord (mwN)

(Orts-) Missweisung ( Mw )


(Orts-) Missweisung ( Mw )

Die Missweisung ist der Winkel zwischen der missweisenden und der geographischen Nordrichtung. Sie ist für jeden Ort der Erde unterschiedlich und wird in der Seekarte in einer Missweisungsrose oder einem kleinen Kästchen mit der jährlichen Änderung angegeben.

rwN = rechtweisende Nordrichtung
Mw = Missweisung
rwK = rechtweisender Kurs ( Winkel zwischen der Mittschiffslinie und rwN)

rwK + / - Mw = mwK oder mwK + / - Mw = rwK

Magnetkompass - Nordrichtung ( MgN





Die MgN ist die Richtung, in die das mit Nord bezeichnete Ende der Kompassrose an Bord zeigt. Sie weicht wegen der zusätzlichen Magnetfelder an Bord von der miss-
weisenden Nordrichtung ab.
Abl/Dev = Ablenkung/Deviation
MgK = Magnetkompasskurs (Winkel zwischen Mittschiffslinie und MgN)
MgN = Magnetkompassnord

MgK +/- Abl = mwK +/- Mw = rwK oder rwK +/- Mw = mwK +/- Abl = MgK

Ablenkung oder Deviation


Die Ablenkung oder Deviation ist der Winkel zwischen der missweisenden Nordrichtung und der Magnetkompass-Nordrichtung. Die Ablenkung ist je nach Schiff und gesteuertem Kurs unterschiedlich. Sie kann östlich oder westlich sein, d.h. die Kompassrose kann nach Ost oder West aus der missweisenden Nordrichtung abgelenkt werden.

Für jedes Schiff muss also eine eigene Steuertafel aufgestellt werden.

Hierzu muss man den Magnetkompass kompensieren lassen. Die Restfehler werden dann in der Steuertafel von 10 zu 10 Grad festgehalten und sind bei der Kursumwandlung zu berücksichtigen.

Arbeiten wir mit einem Handpeilkompass, so müssen wir auch für diesen von einer bestimmten Stelle des Schiffes aus, eine eigene Steuertafel aufstellen.

Bei Kunststoffschiffen reicht es meistens, wenn man sich frei auf Deck stellt und peilt. Man ist dann soweit von den Eisenteilen des Schiffes entfernt, daß sich eine Ablenkung nicht bemerkbar macht

Das bedeutet also, daß wir n i e m a l s einen Magnetkompasskurs in die Seekarte eintragen dürfen, da unser Magnetkompass ja um die beiden Beträge "Deviation und Missweisung" verkehrt anzeigt. Der Sammelbegriff für "Deviation und Missweisung" heißt "Fehlweisung"!

Wollen wir wissen, wohin wir kommen, wenn wir einen bestimmten Kurs steuern, so müssen wir erst den Magnetkompasskurs umrechnen in einen Kartenkurs, den wir dann in die Seekarte eintragen können.

Versetzung durch Wind und / oder Strom


Wirkt ein Strom oder Wind seitlich auf unser Schiff, fährt es über Grund nicht den Weg, den wir in die Seekarte eingezeichnet haben.
Die Größe der Windversetzung hängt von der Richtung und Stärke des Windes, sowie von der Bauart und von der Geschwindigkeit des Schiffes ab.Wir müssen sie also schätzen!
Als Anhaltspunkt kann man den Winkel messen, den die Kielrichtung des Schiffes und das Kielwasser bilden.

Die Versetzung durch Strom können wir mit Hilfe eines Stromstundendreiecks berechnen.

Wind oder Strom der von Backbord auf unser Schiff trifft, erhält das Vorzeichen "Plus",
Wind oder Strom der von Steuerbord auf unser Schiff trifft, erhält das Vorzeichen "Minus".



Zusammenfassung

MgK+/-Abl = mwK+/-Mw = rwK
Haben wir keine Beschickung für Wind und/oder Strom, tragen wir den rwK in die Seekarte ein. Bei Beschickung für Wind und/oder Strom müssen wir die entsprechende Gradzahl mit dem entsprechenden Vorzeichen an den rwK anbringen, um den Kartenkurs zu erhalten.
rwK+/-BW = KdW+/-BS = KüG

BW = Beschickung für Wind KdW = Kurs durchs Wasser BS = Beschickung für Strom KüG = Kurs über Grund

das heißt:

MgK+/-Abl = mwK+/-Mw = rwK +/- BW = KdW +/- BS = KüG

Berechnung von Kompasskurs und Kartenkurs

Aufgabe 1:
Wir steuern am Kompass einen bestimmten Kurs und wollen wissen, wohin wir kommen bzw. welchen Kartenkurs wir in die Seekarte eintragen können.
Beispiel:
Auf einer Yacht steuert man am Kompass 090 Grad. Bei Nordwind rechnet man mit einer Beschickung für Wind von 010 Grad und einer Beschickung für Strom, der südöstlich setzt, von 005 Grad.
Welchen Kurs kann man in die Seekarte eintragen?
Für unsere Berechnung benötigen wir noch folgende Angaben:
a) Ablenkung des Kompasses für diesen Kurs aus der Steuertafel. (angenommen +008 Grad)
b) die Missweisung (entnehmen wir der Seekart). Hier nehmen wir eine Mw von -002 Grad an.
c) Die Beschickung für Wind und Strom muss mit dem richtigen Vorzeichen versehen werden. Hierfür ist eine kleine Skizze äußerst hilfreich.
MgK Dev mwK Mw rwK BW KdW BS KüG
090 +008 ...... -002 ...... +/- 010 ...... +/- 005 ......

Lösung der Aufgabe 1

aufgabe1.pdf [7 KB] skizzezuaufgabe1.pdf [8 KB]

Vom Kartenkurs zum Kompasskurs

Wir wollen in der Seekarte von A nach B und entnehmen hierfür einen Kartenkurs. Welchen Kurs müssen wir nun an unserem Magnetkompass steuern?

Aufgabe 2

Wir zeichnen in die Seekarte einen Kurs von 125 Grad ein. Bei Nordostwind rechnen wir mit einer Beschickung für Wind von 009 Grad und mit einer Beschickung für Strom, der nordwestlich setzt, von 005 Grad. Welchen Kurs müssen wir nun am Magnetkompass steuern?
Die Deviation entnehmen wir wieder der Steuertafel mit +007 Grad und für die Missweisung, die wir aus der Seekarte entnehmen, setzen wir einen Beispielwert von -002 Grad an.
Auch hier ist wieder eine kleine Skizze äußerst wertvoll um die Vorzeichen für den Strom und den Wind richtig einzusetzen!
MgK Dev mwK Mw rwK BW KdW BS KüG
...... + 007 ...... - 002 ...... +/- 009 ...... +/- 005 125

Lösung der Aufgabe 2

aufgabe2.pdf [7 KB] skizzezuaufgabe2.pdf [10 KB]

Arbeiten in der Seekarte


Um einen Kartenkurs zwischen Start- und Zielpunkt abzulesen, verbindet man die Orte durch eine Linie und verschiebt dann das Kursdreieck mit Hilfe des Anlegedreiecks parallel, bis der Nullpunkt auf einem Meridian liegt.
Nun kann man am Kursdreieck die Gradzahl ablesen.
Wollen wir einen bestimmten Kurs einzeichnen, legen wir das Kursdreieck mit dem Nullpunkt auf den Meridian und verdrehen es so lange, bis die gewünschte Gradzahl unten am Dreieck auf dem Meridian liegt.
Nun verschiebt man das Kursdreieck mit Hilfe des Anlegedreiecks parallel zur der Stelle, wo der Kurs eingezeichnet werden soll.
* Kurslinie in die Seekarte einzeichnen
* Gradzahlen in drei gleichgroßen Ziffern schreiben z.B. 3 Grad = 003
* Kartenkurs und Distanz hinter dem Abfahrtsort auf der Kurslinie notieren
* den Magnetkompasskurs in Klammern unter die Kurslinie, unter Kartenkurs und Distanz schreiben
* Abfahrtszeit am Abfahrtsort in vier gleichgroßen Ziffern antragen z.B. 6 Uhr 15 Minuten = 0615
* Die errechnete Ankunftszeit oder gegisste Zeit tragen wir am Ankunftsort an und kreisen sie ein. Erreichen wir den Ankunftsort zu der errechneten Zeit, wird der Kreis ausradiert, erreichen wir ihn zu einer anderen Zeit, wird die Zeit und der Kreis ausradiert, und wir schreiben die neue Zeit an.
A = Abfahrtsort ( in den Übungen )
B = Ankunftsort ( in den Übungen )
PP1 = Peilobjekt 1 ( in den Übungen )
PP2 = Peilobjekt 2 ( in den Übungen )
KaK = Kartenkurs - der Kurs, den man in eine Seekarte einzeichnet oder einer Seekarte entnimmt
d = Distanz, gemessen in Seemeilen (sm) am rechten oder linken Kartenrand
rwk = rechtweisender Kurs - ohne Beschickung für Wind oder Strom der Kurs, den wir der Seekarte entnehmen, bzw der Kurs, der sich aus dem Magnetkompasskurs +/- Deviation und +/- Missweisung ergibt.
Ok = Koppelort (errechneter Schiffsort)
Koppeln heißt:
Den Ort bestimmen, wo man stehen müsste, wenn man eine bestimmte Zeit mit einer bestimmten Geschwindigkeit gefahren ist. Diesen so gefundenen Ort nennt man Koppelort (Ok) oder errechneten Schiffsort und zeichnet ihn mit einem kleinen Querstrich in die Seekarte, auf der Kurslinie ein. Er ist wahrscheinlich nicht mit dem wahren Schiffsort (Ob) oder beobachteten Schiffsort identisch, an dem das Schiff zum Zeitpunkt der Beobachtung steht.
rwP = rechtweisende Peilungen - eine Peilung ist das Feststellen der Richtung, in der man ein Objekt sieht.
Eine Peillinie (Standlinie) erhält man durch Peilung eines bekannten Objektes mit einem Handpeilkompass, einer Magnetkompasspeilung mit dem Steuerkompass oder mit einer Peilscheibe. Diese Peilungen muss man aber erst in rechtweisende Peilungen umrechnen, bevor man sie in die Seekarte eintragen darf. Wenn möglich, macht man eine Kreuzpeilung, indem man zwei - oder noch besser 3 - Objekte kurz hintereinander peilt. Die rechtweisenden Peilungen, die man in die Seekarte einträgt, ergeben dann an ihrem Schnittpunkt den Standort des Schiffes zum Zeitpunkt der Peilungen.
MgK = Magnetkompasskurs
Ob = beobachteter Schiffsort - der durch wahre Beobachtung (Peilung) gefundene Schiffsort.
BV = Besteckversetzung - die Besteckversetzung wird in Richtung und Stärke angegeben und zwar immer vom Ok zum Ob.
Sie gibt uns an, wie weit wir von unserem eigentlichen Kurs abgekommen sind.


Umrechnung von Peilungen

Handpeilkompasspeilung

Beim Handpeilkompass geht man in der Regel davon aus, dass man so weit von den Eisenteilen eines Schiffes entfernt ist, dass deren Magnetfelder sich nicht auf den Handpeilkompass auswirken und er auch deshalb keine Ablenkung hat. Die Missweisung ist aber vorhanden, so dass wir diese noch an der Handpeilkompasspeilung anbringen müssen, um die rechtweisende Peilung, die wir in die Seekarte eintragen dürfen, zu erhalten.



HPK - Plg +/- Mw = rwP

Durch anklicken der Graphik wird diese im vergrößerten Maßstab angezeigt

Magnetkompasspeilung

Magnetkompasspeilungen führt man am Magnetkompass (Steuerkompass mit Peilaufsatz) durch. Sie geben den Winkel zwischen der Peilrichtung und Magnetkompassnord an.

Auch die Magnetkompasspeilung muss man erst in eine rechtweisende Peilung ( rwP ) umrechnen, da der Magnetkompass eine Fehlweisung ( FW ) hat.

Fehlweisung = Deviation +/- Missweisung

Hierbei wird immer die Fehlweisung für den anliegenden Magnetkompasskurs genommen, da wir ja diesen Kurs während der Peilung steuern und unser Kompass während der Peilung um diesen Betrag falsch anzeigt.

Umrechnung:

MgPlg +/- FW des anliegenden Kompasskurses = rwPlg

An Peilungen darf nie die Versetzung durch Wind oder Strom angebracht werden!

Peilungsarten

Die Kreuzpeilung

Zwei, oder besser drei Objekte werden gleichzeitig (so kurz wie möglich hintereinander) gepeilt. Die Peilungen werden in rechtweisende Peilungen umgerechnet und in die Seekarte eingetragen. Der Schnittpunkt der Peillinien ist der Ob ( beobachteter Schiffsort ).

Peilen wir mehr als zwei Objekte, kann sich ein Fehlerdreieck ergeben. In diesem Fall nehmen wir die Mitte des Dreiecks als Ob an.

( In der Praxis kann der Ob natürlich auch außerhalb des Fehlerdreiecks liegen.)

Der Winkel zwischen den Peillinien sollte möglichst nicht kleiner als 40 Grad und nicht größer als 150 Grad sein, weil dies sonst zu zeichnerischen Ungenauigkeiten führt.

Die Doppelpeilung

Steht uns nur ein Peilobjekt zur Verfügung, so peilen wir dieses Objekt zwei mal zu verschiedenen Zeitpunkten. Zwischen den beiden Peilungen müssen wir bei möglichst gleichbleibendem Kurs und gleichbleibender Geschwindigkeit eine gewisse Distanz versegeln, wobei die Peilungen sich um mindestens 40 Grad verändern sollen.

Man nennt die Doppelpeilung auch Versegelungspeilung.

Arbeitsschritte:

1. Kartenkurs einzeichnen und MgK errechnen

2. Objekt peilen, Ok1 einzeichnen, Peilung in rwP umrechnen und einzeichnen, Schnittpunkt mit der Kurslinie = x.

3. Eine gewisse Distanz versegeln, Objekt zum zweiten mal peilen, Ok2 einzeichnen, Peilung in rwP umrechnen und einzeichnen.

4. Distanz Ok1 - Ok2 vom Punkt x aus in Fahrtrichtung auf der Kurslinie abtragen = y.

5. 1.Peillinie durch den Punkt y parallel verschieben, Schnittpunkt mit der zweiten Peillinie = Ob.

6. BV vom Ok2 zum Ob einzeichnen und in Richtung und Stärke benennen.

7. Vom Ob neuen Kartenkurs zum Zielpunkt einzeichnen und MgK errechnen.

Doppelpeilung, wenn die Peillinien nicht die Kurslinie kreuzen.

Dieser Fall kann auftreten, wenn wir mit Beschickung für Wind oder Strom ( BWS )arbeiten und ein Feuer oder ähnliches voraus peilen. Da unser Schiff bei BWS versetzt auf dem Kartenkurs fährt - siehe rwK und KüG - und wir bei einer Voraus-Peilung ja über die Mittschiffslinie, also den rwK, nach vorne peilen, wird bei einer Versetzung der Yacht die Peillinie nicht die Kurslinie kreuzen.

Arbeitsschritte:

1. Objekt voraus peilen, Ok1 einzeichnen, Peilung in rwP umrechnen und einzeichnen

2. Eine gewisse Distanz versegeln und Objekt zum zweiten mal peilen, Ok2 einzeichnen, Peilung in rwP umrechnen und in die Seekarte einzeichnen.

3. Kurslinie durch die beiden Peillinien parallel verschieben, bis die Distanz Ok1 - Ok2 zwischen diese passt. Der Schnittpunkt mit der zweiten Standlinie ist dann der Ob.

 

Die abgestumpfte Doppelpeilung

Nach der Seekarte stehen uns zwei Objekte für eine Kreuzpeilung zur Verfügung, können aber wegen Nebel nicht gleichzeitig gesehen werden. Peilen wir nun jedes Objekt sobald dies möglich ist, so können wir die von beiden Objekten zu verschiedenen Zeiten genommenen Peilungen dadurch nutzen, dass wir die aus der ersten Peilung gewonnene Standlinie versegeln und mit der zweiten Standlinie zum Schnitt bringen.

 

Die abgestumpfte Doppelpeilung über Kreuz

Nach der Seekarte stehen uns zwei Objekte für eine Kreuzpeilung zur Verfügung. Wegen eines Felsvorsprungs können wir aber immer nur ein Objekt peilen.

Peilen wir nun jedes Objekt sobald dies möglich ist, so können wir die von beiden Objekten zu verschiedenen Zeiten genommenen Peilungen dadurch nutzen, dass wir die aus der ersten Peilung gewonnene Standlinie versegeln und mit der zweiten Standlinie zum Schnitt bringen.

 

Peilungen mit der Peilscheibe

Peilungen mit der Peilscheibe nennt man Seitenpeilungen.

Sie beziehen sich immer auf die Kielrichtung des Schiffes, also auf den rechtweisenden Kurs.

Die Peilscheibe steht mit ihrer 0 - 180 Grad-Linie auf der Mittschiffslinie oder parallel dazu. Sie wird im Uhrzeigersinn von recht voraus (000 oder 360 Grad) über Steuerbord (045-090-135), achteraus (180), Backbord (225-270-315) bis recht voraus abgelesen.

Umrechnung:

Seitenpeilung + rechtweisender Kurs = rechtweisende Peilung

===========================================================

 
Für alle Aufgaben gilt die nebenstehende Steuertafel !

Übungsaufgabe 3


Auf dem Magnetkompasskurs von 093 Grad peilen wir ein Feuer mit der Peilscheibe an Bb querab. Wie lautet die rechtweisende Peilung, die wir in die Seekarte eintragen können?

Die Missweisung beträgt laut Seekarte + 005 Grad.


MgK

Dev

mwk

Mw

rwK

BW

KdW

BS

KüG

 

 

 

 

 

 

 

 

 


SPlg

rwK

rwPlg

 

 

 


Lösung zur Aufgabe 3

Aufgabe3.pdf [80 KB]

Übungsaufgabe 4


Auf einer Yacht peilt man ein Feuer achteraus an Bb in 255 Grad, während am Kompass 200 Grad anliegen. Die Missweisung beträgt laut Seekarte Mw -005 Grad. Welche rechtweisende Peilung kann man in die Seekarte eintragen?


MgK

Dev

mwK

Mw

rwK

BW

KdW

Bs

KüG

 

 

 

 

 

 

 

 

 


SPlg

rwK

rwPlg

 

 

 


Lösung zur Aufgabe 4

Aufgabe4.pdf [17 KB]

Übungsaufgabe 5


Wir peilen an der Peilscheibe ein Feuer in 300 Grad, während am Kompass 261 Grad anliegen. Für einen Strom der südöstlich setzt rechnen wir eine Beschickung von 006 Grad. Die Missweisung beträgt laut Seekarte -005 Grad.

            a) Wie lautet der Kartenkurs?

            b) Wie lautet die rechtweisende Peilung?


MgK

Dev

mwK

Mw

rwK

BW

KdW

Bs

KüG

 

 

 

 

 

 

 

 

 


SPlg

rwK

rwPlg

 

 

 


Lösung zur Aufgabe 5

Aufgabe 5.pdf [29 KB]

ÜBUNGSAUFGABE 6


Wir haben einen Kurs von 178 Grad in die Seekarte eingetragen. Bei starkem Westwind rechnen wir mit einer Abdrift von 007 Grad. Einen Strom, der nordwestlich setzt berücksichtigen wir mit 004 Grad. Die Missweisung beträgt laut Seekarte - 002 Grad.


            a) Welchen Kompasskurs müssen wir steuern?


MgK

Dev

mwK

Mw

rwK

BW

KdW

BS

KüG

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Skizze für die Festlegung der Vorzeichen bei Strom und Wind!






Ergebnis a) : MgK =


Auf dieser Fahrt peilt man mit einem Handpeilkompass, der frei von magnetischen Einflüssen ist, einen Leuchtturm in 281 Grad.


            b) Welche rechtweisende Peilung können wir in die Seekarte eintragen?

            c) Was würde man bei einer Magnetkompasspeilung peilen?

            d) Was würde man bei einer Peilung mit der Peilscheibe peilen?


 HPK-Plg

 

MgK-Plg

 

S-Plg

 

+/- Mw

 

+/- FW

 

+ rwK

 

rwPlg

 

rwPlg

 

rwPlg

 

 

Ergebnis b) : rwPlg       =

 

Ergebnis c) : MgK-Plg   =

 

Ergebnis d) : S-Plg        =



Lösungen zu Aufgabe 6

Aufgabe 6 Lösung a.pdf [67 KB] Aufgabe 6 Lösung b.pdf [20 KB] Aufgabe 6 Lösung c.pdf [21 KB] Aufgabe 6 Lösung d.pdf [21 KB]

ÜBUNGSAUFGABE 7


Der Seekarte entnimmt man, dass der augenblicklich anliegende Kompasskurs von 110 Grad einer Segelyacht geändert werden muss, sobald ein bestimmtes Leuchtfeuer in rechtweisend 319 Grad gepeilt werden kann. Die Missweisung beträgt laut Seekarte 004 Grad.

 

            a) Wie lautet der Kurs über Grund? 


            b) Was muss man zum Zeitpunkt der Kursänderung am Kompass peilen?


            c) Was muss man zum Zeitpunkt der Kursänderung an einer Peilscheibe peilen?


MgK

Dev

mwK

Mw

rwK

BW

KdW

BS

KüG

 

 

 

 

 

 

 

 

 


MgK-Plg

 

S-Plg

 

+/- FW

 

+ rwK

 

rwPlg

 

rwPlg

 

 

Ergebnis a) : KüG                  =

Ergebnis b) : MgK-Plg          =

Ergebnis c) : S-Plg                 =

Lösungen zur Aufgabe 7

Aufgabe 7 Lösung a.pdf [15 KB] Aufgabe 7 Lösung b.pdf [17 KB] Aufgabe 7 Lösung c.pdf [17 KB]

Die Vierstrich-Peilung


Die Vierstrichpeilung ist ein Sonderfall der Doppelpeilung, die aber ganz besonders bequem ist, da sich jegliche Umrechnung und der größte Teil der Zeichenarbeit in der Seekarte erübrigt.

1. Man peilt ein Objekt zuerst vier Strich (4 mal 11,25 Grad = 45 Grad ) an Steuerbord ( die Einstellung der Peilscheibe muss also 45 Grad betragen ) und danach an Steuerbord querab ( die Einstellung der Peilscheibe muss 090 Grad betragen ) .
2. Man peilt ein Objekt zuerst vier Strich ( 45 Grad ) an Backbord ( hierbei muss die Einstellung an der Peilscheibe - EPS - 315 Grad betragen ) und danach an Backbord querab ( Einstellung der Peilscheibe - EPS - 270 Grad ).

Da die Summe der Winkel in einem Dreieck 180 Grad beträgt, muss der Winkel "X" demnach 045 Grad betragen.
Es handelt sich also um ein rechtwinklig - gleichschenkliges Dreieck.
In einem solchen Dreieck sind die beiden Katheten gleich lang und wir können die Strecke, die wir auf einer Kathete abtragen auch auf die anderen Kathete übertragen.

Arbeitsschritte:

1) Wir stellen die Peilscheibe auf 315 Grad (045 Grad an Backbord). Wenn das Peilobjekt in der Seitenpeilung 315 Grad gepeilt wird, halten wir den Zeitpunkt fest und können mit der Geschwindigkeit und der Zeit den 1. Koppelort ( OK1 ) errechnen und einzeichnen. Das Einzeichnen der Peillinie zum Koppelort können wir uns ersparen, da wir diese nicht mehr benötigen.
2) Wir stellen die Peilscheibe auf 270 Grad und versegeln eine gewisse Strecke, bis wir das Peilobjekt (PP) in 270 Grad (also 090 Grad an Backbord) sehen. Den Zeitpunkt der Peilung halten wir fest, errechnen mit der Geschwindigkeit und der Zeit den 2. Koppelort (OK2) und tragen ihn auf der Kurslinie ab. Die Distanz OK1 - OK2 tragen wir vom Peilobjekt aus auf der Querabpeilung an und erhalten somit den beobachteten Schiffsort (Ob).
3) Um die Besteckversetzung zu erhalten verbinden wir den OK2 mit dem Ob. Die Verbindungslinie gibt die Besteckversetzung (BV) in Richtung und Stärke an. Beispiel: BV = 155/0,9 sm bedeutet, das Schiff ist in Richtung 155 Grad mit 0,9 sm vom eigentlichen Kurs versetzt.
4) Vom gefundenen Ob müssen wir nun einen neuen Kurs zum eigentlichen Zielpunkt einzeichnen und den neuen Kompasskurs berechnen.
  Bei der Vierstrichpeilung muss der rwK auch der KüG sein, d.h., wir dürfen keine Beschickung für Wind oder Strom haben. Haben wir aber eine Versetzung durch Wind oder Strom, so müssen wir den Winkel der Versetzung an der Einstellung der Peilscheibe mit dem entsprechenden Vorzeichen anbringen.  

Zusammenhänge

SPlg + mwK = mwPlg-----------------------------------------------------SPlg + MgK = MgKPlg

MgKPlg +/- FW = rwPlg-----------------------------------------SPlg + rwK = rwPlg

Vierstrichpeilung mit Beschickung für Wind oder Strom


Will man trotz BWS nicht auf die Vierstrichpeilung verzichten, so muss man die jeweilige BWS mit dem für sie festgelegten Vorzeichen einsetzen.


Beispiel für eine Vierstrichpeilung an Steuerbord bei einem Strom von Backbord!


( BS + 018 Grad )

 

1.Peilung 045

2.Peilung 090

Winkel zwischen Kartenkurs und rwPlg

045

090

BWS

+018

+018

Einstellung der Peilscheibe 045 Grad Peilung

063

 

Einstellung der Peilscheibe 090 Grad Peilung

 

108


Beispiel für eine Vierstrichpeilung an Bb bei einem Strom von Steuerbord!

( BS - 011 Grad )

 

1.Peilung 315

2.Peilung 270

Winkel zwischen Kartenkurs und rwPlg

315

270

BWS

-011

-011

Einstellung der Peilscheibe 315 Grad Peilung

304

 

Einstellung der Peilscheibe 270 Grad Peilung

 

259


Verdoppelungspeilung

oder

Verdoppelte Seitenpeilung

Die Verdoppelungspeilung ist eine spezielle Art der Doppelpeilung und hilft einem, den Passierabstand zu einem Objekt schon frühzeitig zu erkennen.

Während bei der Vierstrichpeilung mit den Winkeln 045 Grad und 090 Grad gearbeitet wird, wählt man für die verdoppelte Seitenpeilung z.B. die Winkel 020 Grad und 040 Grad.

Die zwischen den Peilungen geloggte Distanz (Ok1 : Ok2) entspricht wie bei der Vierstrichpeilung wieder dem Abstand zum Objekt.

Navigation mit der Sichtweite eines Feuers

( Standortbestimmung durch Peilung und Abstand )

Tragweite:

Unter Tragweite (TW) versteht man die Entfernung, in der ein Feuer einen eben noch deutlichen Lichteindruck hervorruft.

Die Tragweite ist abhängig von der Lichtstärke des Feuers und von dem Sichtigkeitsgrad der Luft.








International hat man festgelegt, die Tragweite der Feuer für einen Sichtwert von 0,74 ( dies entspricht einer meteorologischen Sichtweite von 10 sm am Tage ) anzugeben und diese Tragweite als

Nenntragweite zu bezeichnen.


Sichtweite:

Unter der Sichtweite versteht man den Abstand, aus dem man ein in bestimmter Höhe über dem Meeresspiegel befindliches Feuer eben noch über der Kimm erblicken kann.

Die Sichtweite ist abhängig von der Feuerhöhe und der Augenhöhe des Beobachters!







Im Leuchtfeuerverzeichnis und in den Seekarten gilt die angegebene Sichtweite immer für 5 m Augenhöhe! Bei Feuern, deren Sichtweite bei 5 m Augenhöhe geringer ist als die Tragweite, wird neben der Tragweite auch die Sichtweite in Klammern angegeben.
Arbeitsschritte:  
1. Feuer peilen, Ok einzeichnen
2. Rechtweisende Peilung errechnen und einzeichnen  
3. Sichtweite auf der Standlinie vom Feuer aus abtragen  
4. Schnittpunkt mit Standlinie = Ob  
5. Neuen Kurs vom Ob zum Zielpunkt einzeichnen und MgK errechnen  

Wollen wir schon vorher feststellen, wann und in welcher Seitenpeilung wir ein bestimmtes Feuer auf unserem Kurs erblicken, gehen wir folgendermaßen vor:


Wir entnehmen der Tabelle "Abstand eines Feuers in der Kimm" die Sichtweite des Feuers für unsere Augenhöhe. Mit dieser Sichtweite schlagen wir einen Kreisbogen um das Feuer. Der Schnittpunkt mit unserer Kurslinie ist dann der voraussichtliche Ob, den wir nach der uns bekannten Formel als Zeitpunkt des Erscheinen des Feuers in der Kimm berechnen können.

Zeichnen wir jetzt noch vom Schnittpunkt aus eine Linie zum Feuer ein, so haben wir eine rechtweisende Peilung. Diese rechnen wir z.B. in eine Seitenpeilung um und kennen damit die Peilung, in der wir das Feuer voraussichtlich sehen werden, wenn wir keine größere Versetzung durch Wind oder Strom haben.

Arbeitsschritte:  
1. Mit der Sichtweite des Feuers einen Kreisbogen schlagen
2. Standlinie vom Schnittpunkt Kurslinie - Sichtweite zum Feuer einzeichnen und in eine Seitenpeilung umrechnen  
3. Zeitpunkt des voraussichtlichen Ob errechnen  

Lotungen


Standlinie aus Einzellotungen

Steigt der Meeresboden z.B. stetig an oder fällt stetig ab, oder haben wir auf einem sonst ebenen Meeresboden plötzlich eine Vertiefung oder Erhöhung, geben Einzellotungen bereits einen guten Anhaltpunkt für unseren Schiffsort.

Laufen wir beispielweise bei unsichtigem Wetter auf eine Küste zu, können wir uns durch ständige Lotungen auf einer sicheren Tiefenlinie bewegen.


Standlinie durch Reihenlotung

Man nimmt ca. alle fünf Minuten eine Einzellotung vor, und notiert neben der Tiefe den Zeitpunkt und Loggestand.

Hieraus fertigt man einen sogenannten Lotstreifen an.

Man markiert in maßstabsgetreuen Abständen den Zeitpunkt und die Tiefenwerte der Einzellotungen auf einem Blatt Papier und versucht sie dann in der Seekarte mit den Tiefenlinien in Deckung zu bringen.

Das Ergebnis ist eine gerade Standlinie, welche wir als Kurs über Grund abgelaufen haben.

Kompasskontrolle

Einen Magnetkompass muss man laufend überprüfen. Besonders wichtig wird dies, wenn unser Schiff längere Zeit an einem Ort gelegen hat oder wenn wir Umbauten vorgenommen haben.

Kontrolle der Ablenkungstabelle:
Aus der Seekarte entnehmen wir von zwei festen Marken die rechtweisende Peilung, tragen die Missweisung an und erhalten die missweisende Deckpeilung.
Jetzt steuern wir so, dass die Objekte in Linie voraus sind und lesen den Kompasskurs ab.
Die Differenz zwischen dem anliegenden Kompasskurs und der missweisenden Deckspeilung ist die Deviation für diesen Kompasskurs, die wir jetzt mit der vorhandenen Ablenkungstabelle vergleichen und eventuell berichtigen.

Beispiel:

Mw -003 

MgK

Abl

mwPlg

Mw

rwPlg

075

-002

073

-003

070

AUFSTELLUNG EINER ABLENKUNGSTABELLE

Um eine Ablenkungstafel zu erstellen, nimmt man zwei Objekte in Deckspeilung und dreht das Schiff sehr langsam auf einem kleinstmöglichen Drehkreis, während man alle 10 Grad die Peilung zu den Objekten aufnimmt.

Unter Berücksichtigung der vorhandenen Missweisung werden die Magnetkompasspeilung und die rechtweisende Peilung mit einander verglichen. Die Differenz ergibt unter Berücksichtigung der Missweisung die Ablenkung.


Übungsaufgabe 8


Um eine Ablenkungstabelle aufzustellen wurde auf um jeweils 10 Grad unterschiedlichen Kursen eine Richtfeuerlinie von 95 Grad passiert. Hierbei wurde zunächst mit dem Steuerkompass und dann später mit der Peilscheibe die in Deckung befindlichen Ober- und Unterfeuer gepeilt. Die Missweisung beträgt laut Seekarte - 005 Grad.


Berechnen Sie die Ablenkung!


MgK

MgPlg

MgK

SPlg

010

092

190

282

020

095

200

265

030

100

210

251



MgPlg

Dev

mwPlg

Mw

rwPlg

092

 

 

 

 

095

 

 

 

 

100

 

 

 

 


 

SPlg

MgK

MgPlg 

 

MgPlg

Dev

mwPlg

Mw

rwPlg

282

190

 

 

 

 

 

 

 

265

200

 

 

 

 

 

 

 

251

210

 

 

 

 

 

 

 

 

LÖSUNG ZU ÜBUNGSAUFGABE 8

Aufgabe 8 Lösung a.pdf [20 KB] Aufgabe 8 Lösung b.pdf [23 KB] Aufgabe 8 Lösung c.pdf [24 KB]

Gezeitenkunde

Die Gezeiten unserer Meere entstehen dadurch, dass die Punkte der Erdoberfläche fortlaufend in eine andere Stellung zu Mond und Sonne gebracht werden.
Die Erde dreht sich in 24 Stunden einmal um sich selbst.
Der Mond bewegt sich in ca. 29,5 Tagen einmal um die Erde und dreht sich während dieses Umlaufs einmal um sich selbst. Deshalb kann von der Erde aus auch nur immer die Vorderseite des Mondes gesehen werden.
Mond und Erde bewegen sich in einem Jahr einmal um die Sonne.

a = Neumond

b = Erstes Viertel (zunehmender Mond)

c = Vollmond

d = Letztes Viertel (abnehmender Mond)

Genau gesagt bewegen sich Erde und Mond um einen gemeinsamen Schwerpunkt, der im Inneren der Erde, etwa 3/4 Erdradius von deren Mittelpunkt entfernt liegt.
Durch die Bewegung um den gemeinsamen Schwerpunkt treten nun an allen Punkten der Erde gleichgroße vom Mond fortgerichtete Fliehkräfte auf.

Die Fliehkräfte und die Anziehungskräfte addieren sich zu resultierenden Kräften was bei dem Erde - Mond System so aussieht, dass gleich
große Kräfte auf der dem Mond zugewandten Seite und auf der abgewandten Seite entstehen.
Hierdurch wird die Wasserhülle, welche die Erde umgibt elliptisch verformt.
Da die Wassermassen der Erde bestrebt sind, sich mit ihrer Oberfläche stets senkrecht zur augenblicklichen Richtung der Schwerkraft einzustellen, geraten sie durch die Erddrehung in Schwingungen.
Das Heben und Senken der Wassermassen nennt man "Gezeiten", die waagerechte Bewegung "Gezeitenströme".

Bezeichnungen aus der Gezeitenkunde

Wasserstand:
Senkrechter Abstand der Wasseroberfläche von einer festen Nullmarke. Diese feste Nullmarke nennt man Kartennull.
Kartennull:
Die Nullfläche, auf welche sich die Tiefenangaben einer Seekarte beziehen. Sie ist nicht identisch mit Normal-Null bei der Landvermessung.
Flut:
Das Steigen des Wassers von einem Niedrigwasser (NW) zum folgenden Hochwasser (HW)
Ebbe:
Das Fallen des Wassers von einem Hochwasser zum folgenden Niedrigwasser.
Steigdauer:
Die Zeit vom NW zum folgenden HW.

Tide:
Eine Gezeit, die sich aus einer Flut und der nachfolgenden Ebbe zusammensetzt.
Tidenkurve:
Die zeichnerische Darstellung einer Tide

Gezeitenkurve:

Die zeichnerische Darstellung der Höhenänderungen von mehreren Tiden

Hochwasser:
Der höchste Wasserstand einer Tide
Niedrigwasser:
Der niedrigste Wasserstand einer Tide
Tidenstieg:
Der Betrag, um den das Wasser während der Flut steigt.
Tidenfall:
Der Betrag, um den das Wasser während der Ebbe fällt.
Tidenhub:
Das Mittel aus Stieg und Fall einer Tide

Springzeit:
Die Springzeit liegt in der Nähe des Voll- oder Neumondes. Zu dieser Zeit hat man sehr hohes Hochwasser und sehr niedriges Niedrigwasser, also einen großen Tidenhub und einen starken Tidenstrom.
 

Nippzeit:
Die Nippzeit liegt in der Nähe des ersten oder letzten Viertels des Mondes. Zu dieser Zeit hat man niedriges Hochwasser und hohes Niedrigwasser, also einen geringen Tidenhub und einen schwachen Tidenstrom.
 

Mittzeit:

Die Mittzeit liegt zwischen der Springzeit und der Nippzeit. Man nennt sie auch das mittlere Gezeitenverhältnis.

Springverspätung:
Die Springverspätung ist der Zeitunterschied (ZU) zwischen dem Eintritt des Voll- oder Neumondes und der Springzeit. In der Deutschen Bucht beträgt dieser ZU ca. 3 Tage.
Gezeitentafel:
Die Gezeitentafeln werden jährlich in zwei Bänden vom BSH herausgegeben. Uns betrifft hier nur der Band 1 "Europäische Gewässer". Er enthält die vorausberechneten Zeiten und Höhen (über Kartennull) für 12 deutsche und 22 ausländische Bezugsorte und die Gezeitenunterschiede für ca. 2000 Anschlussorte.
Gezeitenkalender:
Der Gezeitenkalender wird jährlich vom BSH für z.B. die Deutsche Bucht herausgegeben. Er enthält die HW- und NW-Zeiten ohne Höhenangaben für ca. 150 Orte.
Bezugsort:
Der Bezugsort ist der Ort, für den in der Gezeitentafel ausführlich berechnete Eintrittszeiten und -höhen der HW und NW angegeben sind.
Anschlussort:
Für die Anschlussorte wird in der Gezeitentafel nur der Zeit- und Höhenunterschied auf den Bezugsort angegeben.
Gezeitenunterschied:
Dies sind die Verbesserungen, die an den Bezugsort angetragen werden, um die Höhe und Zeit für den Anschlussort zu erhalten.
Gezeitenstrom:
In Inselrevieren oder in Mündungsgebieten läuft eine Tide unregelmäßiger ab, als auf der offenen See. Dies gilt besonders für die Gezeitenströme. Bei steigendem Wasser spricht man vom Flutstrom, bei fallendem Wasser vom Ebbstrom. Dazwischen liegt das Stillwasser.
In den o.g. Gebieten kentert der Strom in aller Regel nicht genau zur HW- oder NW-Zeit, sondern erst danach, weil die Flutwelle gewissermaßen stromaufwärts laufen muss. Je weiter also ein Ort flussaufwärts liegt, desto mehr verspätet sich das ablaufende Wasser gegenüber dem Mündungsgebiet.Ein wesentlicher Faktor bei den Gezeitenströmen, sowie bei den HW- und NW-Höhen ist der Wind.

Stromatlas:

Im Stromatlas finden wir die mittleren Stromrichtungen und Stromgeschwindigkeiten, bezogen auf den Durchgang des Mondes durch den Meridian von Greenwich.
 

Navigieren in Gewässern mit Strömung


Befahren wir mit unserem Schiff Gewässer mit Strömung, so arbeiten wir in der Regel mit einem Stromatlas, der uns zu jedem Zeitpunkt die durchschnittliche Stromrichtung (StR) und Stromstärke (StG) angibt. Hiernach können wir dann mit Hilfe eines Stromstundendreiecks den Vorhaltewinkel für unsere Yacht errechnen. Aufgrund der durchschnittlichen Werte können wir aber trotzdem eine Versetzung durch Strom haben, die wir jetzt bestimmen müssen, um uns auf dem richtigen Kurs zu bewegen.

In Gewässern ohne Strömung kann trotzdem eine durch Wind bedingte Oberflächenströmung entstehen, die wir auch in Richtung und Stärke an unserem rechtweisenden Kurs anbringen müssen, um den KüG zu erhalten.

Stromaufgabe 1:

Wir steuern einen Kurs und werden versetzt. Gesucht wird der Strom in Richtung und Stärke!

Arbeitsschritte:
1. Durch eine Peilung haben wir unseren Ob gefunden und den Ok auf der Kurslinie eingezeichnet.
2. Die BV tragen wir vom Ok zum Ob ein.
3. Abfahrtsort mit Ob verbinden = KüG
4. Ok nach einer Stunde einzeichnen und die BV durch diesen parallel verschieben.
5. Richtung des Stromes = Richtung der BV Distanz = Stromgeschwindigkeit in Knoten.
Haben wir den Ob schon vor Ablauf einer Stunde gefunden, so müssen wir den Ok nach einer Stunde hinter den Ok zum Zeitpunkt der Peilung legen.

Stromaufgabe 2:

Wir wollen ein bestimmtes Ziel erreichen und kennen den Strom der uns versetzt.

Arbeitsschritte:
1. KaK am Abfahrtsort oder neu gefundenen Ob antragen.
2. Am Abfahrtsort, oder am neu gefundenen Ob, Strom in Richtung und Stärke antragen = C
3. Von C mit der FdW einen Kreisbogen auf der Kurslinie schlagen = D. Von C eine Linie durch D und über D hinaus einzeichnen.
4. Winkel zwischen der eingezeichneten Linie und der Kurslinie messen = BfS
5. Die Distanz Abfahrtort-D ergibt die Fahrt über Grund (FüG).
6. MgK errechnen.

Formel für die Dauer der Verseglung


                                                     Weg über Grund (sm) x 60

Dauer der Verseglung (min) = -------------------------------------------------

                                                     Geschwindigkeit über Grund (kn)

Übungsaufgabe 9


Beispiel für eine komplette Stromaufgabe aus 1 und 2:


Für die Aufgabe gilt:


1 cm = 1 sm

Distanz von A nach B = 17 cm = 17 sm

Distanz von A nach OK = 5,8 cm = 5,8 sm


Mw -003 FdW 4kn Abfahrtszeit 1000 Uhr


Für die Übungsaufgabe verwenden wir die oben stehende Ablenkungstabelle/Steuertafel.



1. Wie lautet der KaK? .......

2. Wie lautet der MgK? .......

3. Wann erreichen wir voraussichtlich die Tonne B? .......


MgK

Abl

mwK

Mw

rwK

BW

KdW

BS

KüG

d

FdW

FüG

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Aufgabe 9 Lösung a.pdf [55 KB]

Ach 5,8sm erhalten wir durch eine Kreuzpeilung unseren Ob.

Welche Uhrzeit haben wir zum Zeitpunkt de Peilung? .............

Aufgabe 9 Lösung b.pdf [14 KB]

4. Wie lautet die Besteckversetzung seit 10.00 Uhr? BV .......

5. Wie lautet der Kurs über Grund, den wir seit 10.00 Uhr gefahren sind? KüG .......



Aufgabe 9 Lösung c.pdf [53 KB]

6. Welcher Strom hat uns seit 10.00 Uhr versetzt?

7. Wie groß ist die Beschickung für Strom? BS .........

8. Wie lautet der neue Kartenkurs nach B? KaK .......

9. Wie lautet der neue MgK nach B? MgK .......

10.Wie groß ist die FüG? .......

11.Wann erreichen wir voraussichtlich die Tonne B? .......


MgK

Abl

mwK

Mw

rwK

BW

KdW

BS

KüG

d

FdW

FüG

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aufgabe 9 Lösung d.pdf [205 KB]

Stromaufgabe 3

Man steuert am Magnetkompass bedingt durch die Windrichtung einen bestimmten Kurs und möchte wissen, wohin man unter Mitwirkung eines bekannten Stromes kommt, bzw. welchen Kurs über Grund man in die Seekarte eintragen muss.

Arbeitsschritte:


1. Am Abfahrtsort oder Ob den errechneten Kurs durchs Wasser (KdW) einzeichnen und die Fahrt durchs Wasser (FdW) für eine Stunde auf diesem abtragen = B

2. An B den Strom in Richtung und Stärke antragen = C

3. Die Verbindung A - C über C hinaus ist der Kurs über Grund (KüG), auf dem die Yacht sich bewegt. Die Strecke A - C entspricht dann der Fahrt über Grund (FüG).

Gezeitenberechnung für einen Bezugsort

Hilfestellung:


Mondphase:................................................

Tag

Monat

Zeit in h

Zeit in min

am .......................................................

 

 

 

 

Springverspätung für den Bezugsort

 

 

 

 

Spring-/ Mitt-/ Nippzeit am ...........................

 

 

 

 

 


5

4

3

2

1

0

1

2

3

4

5

            Mittzeit                           Springzeit/Nippzeit                                  Mittzeit

 

Für den Bezugsort muss am ................... mit ................-zeit gerechnet werden.

 

B-Ort

1.HW

H

1.NW

H

2.HW

H

2.NW

H

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1. Steig- oder Falldauer in Zeit                                                                                 .............................

2. Zeitunterschied zwischen Lotung und nächstgelegenem HW                             .............................

3. Tidenstieg oder -fall in Meter                                                                                .............................

4. Kartennull                                                                                                             .............................

5. Höhe um ...............Uhr                                                                                         + ..........................

6. Gesamttiefe um ............. Uhr                                                                                = .........................

                                                                                                                                 ===============

Gezeitenberechnung für einen Anschlussort


Welche Wasserhöhe haben wir am 06.03. um 1400 Uhr in Krautsand bei einem Kartennull von 1,50m?

Unsere Yacht hat einen Tiefgang von 2,10m und wir wollen sicherheitshalber 0,50m Wasser unter dem Kiel haben. Von wann bis wann können wir Krautsand verlassen?


Bezugsort ................................... Anschlussort................................................


Mondphase:.............................................

Tag

Monat

Zeit in h

Zeit in min

am .................................

 

 

 

 

Springverspätung für Bezugsort

 

 

 

 

Spring-/ Mitt-/ Nippzeit

 

 

 

 

am.............................

 

 

 

 


5

4

3

2

1

0

1

2

3

4

5

                         Mittzeit                           Springzeit/Nippzeit                                  Mittzeit


Für den Anschlussort muss am .................mit ........................-zeit gerechnet werden.


Ort

1.HW

H

1.NW

H

2.HW

H

2.NW

H

Bezugsort

 

 

 

 

 

 

 

 

Gezeitenunterschied am Anschlussort

 

 

 

 

 

 

 

 

Anschlussort

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1. Steig- oder Falldauer in Zeit                                                                                 ...............................

2. Zeitunterschied zwischen Lotung und nächstgelegenem HW                              ...............................

3. Tidenstieg oder -fall in Meter                                                                                ...............................

4. Kartennull                                                                                                             ...............................

5. Höhe um ............. Uhr                                                                                          + .........................

6. Gesamttiefe um .......Uhr                                                                                      = ..........................

=========================================================================

Tiefgang der Yacht         :..................                               Gesamttiefgang :.................

Sicherheitsabstand        :...................                               abzüglich Kartennull :..................

---------------------------------------------------                                           ----------------------------------------------

Gesamttiefgang             :.................                    Eingang in Gezeitenkurve :..................

Vorläufiges Ende der terrestrischen Navigation