Mit einer Motoryacht durch Mecklenburgs Gewässer

Ende Mai bis Anfang Juni 2011war eine Motorboottörn auf den Mecklenburgische Seen geplant, zu dem ich als Skipper eingeladen wurde. Es erstaunt heute keinen mehr, wenn man behauptet, das der Sommer 2011 gerade in diese Zeit viel. Davor und danach war Regenzeit in Deutschland.
Wir wollten einen großen Rundtörn durch die Mecklenburgische Seenplatte von ca. 575 km in 17 Tagen mit 38 Schleusen abfahren.
Start war in Tölpitz bei Potsdam am großen Zernsee.

Unsere Yacht, eine Gruno 30 mit ausreichendem Platz für 3 Personen, gepflegt und gut ausgerüstet, war nun unser Domizil für die kommenden 3 Wochen.
Gleich am Ankunftstage, nach der Übernahme der Yacht, wurde diese mit allem beladen, was wir von daheim ins Auto bekommen konnten, damit wir am nächsten Morgen auch pünktlich die Leinen loswerfen konnten. Pünktlich hieß bei uns während des gesamten Törns, nach einer intensiven Körperpflege, einem hervorragenden Frühstück mit anschließendem gründlichen Aufwasch! Wir wollten ja nicht hetzen!!!!

Vor uns lag eine Strecke von ca. 55 km mit einer Schleuse. Die Schleusen unterlagen fast immer der Selbstbedienung, was aber aufgrund der guten Vorrichtungen vor und in den Schleusen vollkommen problemlos war, besonders, da es keine anderen Schiffe gab.
Unsere Route führte uns über die Havel mitten durch Brandenburg, den Silokanal, Plauersee und Pritzerber See in den Yachthaven von Pritzerbe. Tagsüber wurden wir durch den Admiral mit einem Mittagsimbiss und Kaffe und Kuchen am Nachmittag fürstlich verpflegt.

Am nächsten Tag hatten wir uns eine Strecke von 68 km mit 4 Schleusen vorgenommen. Wir wollten schnell die Elbe erreichen, was sich später als äußerst gut herausstellen sollte.
Es ging also weiter die Havel abwärts über Bahnitz und durch die gleichnamige Schleuse, Premnitz, Rathenow mit einer schönen Stadtschleuse, vorbei an Hohennauen. Die dritte Schleuse des Tages war die Schleuse Grütz und weiter ging es zur Schleuse Garz. Von hier aus waren es dann noch ca. 12 km bis Havelberg, unserem letzten Anlaufpunkt auf der Havel an diesem Tage.

Am nächsten Tage lag dann die Elbe vor uns, eine Strecke von 78 km in Stromrichtung.
In der letzten Schleuse in Havelberg machte uns das Schleusenpersonal darauf aufmerksam, dass wir uns strikt an die Fahrwasserbetonnung und die aufgestellten liegenden gelben Kreuze an beiden Ufern halten sollten, da die Elbe einen extrem niedriegen Wasserstand hatte.
Bei 85 cm Tiefgang machten wir uns allerdings keine großen Sorgen.
Kaum auf der Elbe merkten wir dann, dass wir aufgrund der gelben Kreuze ständig die Fahrwasserseite wechseln mussten.

(Grafik zum anklicken)

Obwohl wir uns strikt an die Empfehlung des Schleusenwärters gehalten hatten, hatten wir zeitweise nur noch 20 cm Wasser unter dem Kiel!
Als dann das Log an einer Stelle nichts mehr anzeigen wollte, gingen dem Skipper doch die Nackenhaare nach oben. Aber wie sagt man: "Das Glück ist mit dem Tüchtigen" oder so ähnlich.

Am späten Nachmittag erreichten wir dann ohne Zwischenfälle die Stadt Dömnitz, wo wir dann die Elbe verlassen konnten und uns auf der Mürtz - Elde Wasserstraße befanden. Wie wir später hörten waren wir eine der letzten Yachten, die den Kurs über die Elbe befahren konnten. Danach wurde es dann auch für Sportboote zu flach.

Da der Höhenunterschied zwischen der Elbe und der Müritz ca. 30m beträgt, wurde ab jetzt wieder ständig bergauf geschleust.
Der Liegeplatz in Dömnitz war denn doch nicht nach unseren Wünschen und wir fuhren deshalb 8 km vorbei an Neu Kaliß noch 3 Schleusen weiter bis zu dem Bootsanleger in Neu Göhren.

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Wir folgten der Müritz-Elde-Wasserstraße über Eldena, Güritz, Grabow, zur Schleuse Lewitz. Sehr schöne alte Städtchen säumten ihren Weg.


Mit Parchim hatten wir unser Tagesziel erreicht.

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Weiter ging es über Neuburg, entlang der alten Elde, Burow und Lübz bis nach Plau am See, wo wir in der Marina die Leinen fest machten. Aufgrund der hohen Temperaturen mussten wir einen Italiener an der alten Hubbrücke in Plau aufsuchen, um uns mit Eis abzukühlen. Groß war das "Hallo", als plötzlich ein uns wohlbekanntes Ehepaar aus Hilden vor uns stand.

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Von Plau am See führte uns unsere Reise über den Plauer See, Petersdorfer See, Fleesensee, Kölpingsee und den Reek-Kanal zur Binnenmüritz nach Waren. In der Marina Waren erlebten wir dann abends unser erstes schlechtes Wetter mit Blitz, Donner und Sturm, was uns aber nicht davon abhielt, den Abend mit ein, zwei ...... Pinacolada zu beschließen. Wir waren ja nun einmal an Deutschlands größtem Binnensee und dem höchsten Punkt unserer Reise per Boot angekommen.

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Von Waren auf der Binnenmüritz traten wir nun wieder bei gutem Wetter die Rückreise an. Diese führte uns über die Müritz, auf die Müritz-Havel-Wasserstraße nach Mirow, einer Vielzahl von kleineren und größeren Seen auf die Havel nach Fürstenberg, wo wir in einem alten Burggraben die Leinen für die Nacht festmachten.
Am nächsten Tag an einem alten Ziegeleipark vorbei nach Zehdenick. Über den Vosskanal führte uns unsere Reise auf die Havel-Oder-Wasserstraße durch Oranienburg auf die Spree-Oder-Wasserstraße und die Untere Havel-Wasserstraße durch Berlin-Spandau in die Marina Lanke Berlin.
Der letzte Tag unserer Reise ließ uns dann in Jugenderinnerungen schwelgen.
Vorbei an der "Krumme Lanke" - gleich fiel uns das Lied ein "Und dann saß ick mit der Emma uw de Banke....." , mit einer Runde über den Großen Wannsee- auch er wurde besungen mit " Pack die Badehose ein ", quer durch Potsdam und vorbei an Werder zu unserem Ausgangshafen.

Fazit: Eine tolle Reise, die man gemacht haben muss, bei dem besten Wetter mit einer phantastischen Crew, was will man mehr um glücklich zu sein!!!!!!!!!