Plattbodentörn 2013


Am 7. September war es soweit!
Um 6:30 Uhr trafen wir uns am Elbsee, dem Segelrevier der Segler-Gemeinschaft Hilden und fuhren mit drei Autos Richtung Hoorn/NL, dem Heimathafen der von uns gecharterten Lemsteraak "ALLEGRO".

Wir, dass sind .....

Skipper Klaus

Navigator Dieter Oberbootsmann Folkert Bootsmann Peter
Steuermann und Smutje Lothar Vergnügungsmaat Willi Börsenspezi Klaus



Die Hinfahrt verlief reibungslos und kurz vor 10 Uhr erreichten wir Hoorn und unser Schiff

„Allegro“
Die Allegro ist eine Lemsteraak von 14,25 Metern Länge und 5 Metern Breite, Baujahr 2007 und verfügt über eine Segelfläche von 140 qm.

Nachdem wir unser Gepäck verstaut und eine kurze Einweisung durch Michael den Vercharterer erhalten hatten, saßen wir gemeinsam an Bord und teilten die Kojen zu. Lothar und ich besorgten noch die letzten Einkäufe und gegen Mittag legten wir dann ab und fuhren aus dem Binnenhafen von Hoorn hinaus aufs Markermeer.

Bei bedecktem Himmel aber gutem Wind setzten wir zum ersten Mal die Segel und dann ging die Fahrt in Richtung Schleuse Enkhuizen. Auf dem Weg dahin machten wir uns näher mit dem Schiff vertraut und bekamen einen guten Eindruck von den Segeleigenschaften.

   

Nach 3 Stunden Fahrt erreichten wir die Schleuse von Enkhuizen und da der Unterschied des Wasserstandes zwischen Markermeer und Ijsselmeer nur ca. 10-15 cm ist, war die Schleuse dann auch schnell passiert und wir konnten auf dem Ijsselmeer weiter segeln.

 

Als ersten Hafen zur Übernachtung entschieden wir uns für Enkhuizen. Die Segel wurden geborgen und zusammengelegt, was mindestens genauso anstrengend wie das Segelsetzen war.

Da wir alle keine Lemsteraak-Profis sind wurde unser Werk dann auch vom Skipper nur mit „... das sieht ja aus wie 'ne verunglückte Bratwurst!“ kommentiert.
Unter Motor liefen wir dann in den Hafen von Enkhuizen ein und machten am Meldesteiger fest. Der Hafenmeister wies uns einen Liegeplatz für die Nacht zu und wir verholten das Schiff dorthin.

Nun hatten wir uns einen „Schluck“ verdient und bei einer Flasche Bier ließen wir den Tag noch mal Revue passieren.

 

Zum Abendessen gingen wir alle in die Stadt und fanden in einem gemütlichen Chinarestaurant einen schönen Platz. Das Essen war gut und reichlich!

Zurück an Bord ging es dann in die Koje. Die Allegro ist zwar für max. 12 Personen ausgelegt, aber mit uns sieben war sie schon gut gefüllt. Die Kabinen sind sehr klein ausgefallen und lange Kerle haben da schon mal so ihre Probleme.

Dieter hatte dann auch schon nach einigen Versuchen in der Koje unter zu kommen aufgegeben und ist mit seinem Schlafsack in den Salon umgezogen.

Der zweite Tag begann für alle, dank unserem hervorragenden Smutje Lothar, mit einem sehr gutem Frühstück. Bestens gestärkt segelten wir los und hielten zunächst Kurs in Richtung Lemmer. Der Wind war mäßig bis flau und kam aus N bis NW mit Stärke 2-3.

Auf halber Strecke änderten wir den Kurs und segelten östlich der Untiefen von Vrouwezand bis zu den Fahrwassertonnen von Stavoren, wo wir entlang des Tonnenstrichs dann gegen 17 Uhr im Hafen von Stavoren ankamen.

Am nächsten Morgen war leider der Wetterbericht gegen uns. Wir hatten Starkwind (Ijsselmeer 6-7 und Waddenzee 8-9) und Regen zu erwarten. Unser Ziel in das Wattenmeer zu fahren rückte dadurch in weite Ferne. Wir überlegten ob wir nach Den Oever segeln sollen um dort die weitere Wetterentwicklung abzuwarten, entschieden uns dann aber für Medemblick was letztendlich eine gute Entscheidung war.

Da der Schlag von Stavoren rüber nach Medemblick nicht allzu weit ist, waren wir bereits um 16 Uhr in Medemblick und hatten einen schönen Liegeplatz direkt in der Stadt.

Ziemlich genau um 17 Uhr kam dann auch der angekündigte Wind und es brieste selbst im geschützten Hafen auf. Über Kanal 16 bekamen wir bruchweise den Funkverkehr mit. Offensichtlich hatte jemand auf der Waddenzee Probleme.

   

Nach einem schönen Abend in einer Pizzeria saßen wir gemütlich im Salon unseres Schiffes und Dieter packte seine Gitarre aus. Er hatte noch Liederhefte aus seiner Zeit (60iger Jahre) bei der katholischen Jugend und ein Exemplar der „Mundorgel“ mit dabei, da wir alle nicht mehr so textsicher waren. So waren wir dann eine fröhliche Sängerrunde.

Wettertechnisch begann der Mittwoch sehr schlecht. Wir hatten immer noch starken Wind und dazu kam Dauerregen. Unser Crewmitglied Klaus verkündete uns beim Frühstück, dass er beabsichtige, die Heimreise anzutreten. Nach allgemeinem Erstaunen und kurzer Diskussion mit unserem Skipper Klaus hielt er aber an seinem Vorhaben fest und wir wünschten ihm eine gute Heimreise.

Der Rest der Crew entschied sich wegen des schlechten Wetters für einen weiteren Tag in Medemblick. Niemand hatte Lust bei Dauerregen auf dem Wasser zu sein.
Am nächsten Tag klarte das Wetter etwas auf. Wir hatten NW Wind mit Stärke 4-5, in Böen 6 aber der Regen hatte aufgehört und so konnten wir endlich wieder segeln. Das Ziel war Urk. Der Wind blies unvermindert und wir banden zwei Reff's ins Großsegel. Mit 7,2 Knoten bei achterlichem Wind rauschten über das Ijsselmeer. Es war ein toller Segeltag.

Am nächsten Tag klarte das Wetter etwas auf. Wir hatten NW Wind mit Stärke 4-5, in Böen 6 aber der Regen hatte aufgehört und so konnten wir endlich wieder segeln. Das Ziel war Urk. Der Wind blies unvermindert und wir banden zwei Reff's ins Großsegel. Mit 7,2 Knoten bei achterlichem Wind rauschten über das Ijsselmeer. Es war ein toller Segeltag.

In Urk angekommen stand eine kleine Reparatur durch den Vercharterer an. Das Steuerrad hatte sich gelöst und hing nur noch durch eine Schraubendrehung der Kontermutter auf seiner Welle. Michael kam zu uns und konnte das Problem schnell lösen.

Urk ist ein gemütliches, kleines Fischerstädtchen mit engen Gassen und schönen, sehenswerten alten Häusern.


Es ist Donnerstagmorgen und wir brechen auf um über die Schleuse Lelystad das Ijsselmeer wieder zu verlassen.
Da die Marina Lelystad nach Stavoren ein alter Heimathafen des Skippers war, gibt es natürlich schnell noch ein paar nette Geschichten zu erzählen.
Direkt hinter der Schleuse befindet sich der Batavia Hafen mit herrlichen alten Schiffen, die hier zum Teil gebaut worden sind.
Unser Ziel ist Edam. Der Wind ist mittlerweile stark abgeflaut und wir segeln langsam entlang der Hauptschifffahrtroute in Richtung Amsterdam um dann in Höhe Marken den Kurs nach Edam zu ändern.


Die Hafeneinfahrt von Edam ist mit 10 Metern Breite eng und man muss auf Gegenverkehr achten.

Direkt hinter der Hafeneinfahrt liegt der Buitenhaven, den wir aber an Backbord liegen lassen und durch eine kleine Schleuse in einen Kanal fahren, der bis in die Innenstadt von Edam führt. Leider sind wir erst kurz vor 18 Uhr dort und eine Brücke versperrt uns die Weiterfahrt. Letzte Brückendurchfahrt wäre um 17 Uhr gewesen.

So legen wir dann am letzten freien Liegeplatz direkt vor der Brücke an. Bis zur Ortsmitte sind es aber nur noch 800 – 1000 Meter Fußweg. Nachdem der Hafenmeister bei uns die Liegeplatzgebühr kassiert hat (übrigens die preiswerteste mit 15,70 €), erfahren wir, dass die Duschen und Toiletten weit weg im Buitenhaven zu finden sind. Na ja, man kann ja auch mal einen Tag auf die Dusche verzichten.

Wir haben es uns an unserem letzten Abend noch mal gut gehen lassen und in einem kleinen Restaurant in Edam zu Abend gegessen.


Es ist Freitagmorgen. Unser Segeltörn neigt sich dem Ende zu und wir nehmen von Edam aus wieder Kurs auf Hoorn.

Der Wind hat abgenommen und weht auch noch aus der falschen Richtung. So fahren wir die letzte Strecke nach Hoorn unter Motor und machen um 15 Uhr im Heimathafen der Allegro fest.

Unsere Sachen werden wieder in die Autos geladen und nach der Übergabe des Schiffes brechen wir gegen 17 Uhr auf in Richtung Heimat.

Es war eine sehr schöne Segelwoche! Wir hatten viel Spaß und haben uns gut verstanden. Die Crew war perfekt, es gab keinen Streit und trotzt des zeitweise ungemütlichen Wetters hat es uns allen gefallen!

Einen großen Dank an unseren Skipper Klaus, er hat uns gut durch die Woche geschippert.

Wir hatten unterwegs immer wieder mal die Gelegenheit unsere Navigationskenntnisse mit seiner Hilfe aufzufrischen und siehe da, es klappte. Man sollte sich ja auch ohne die elektronischen Helferchen noch zurecht finden.

Last, but not least!

Die Segelwoche wäre bestimmt nicht so gut gelaufen wenn wir nicht unseren Lothar mit dabei gehabt hätten.

Ein ganz großes Dankeschön an Lothar, der uns an allen Tagen und bei allen Lagen bestens versorgt hat.

Die Crew der „Allegro“


Text Dieter S.

Bilder von der gesamten Crew

Bearbeitung Klaus H.
Herbst 2013